21.03.2016

Windenergieanlagen in den Vier- und Marschlanden … und meistens kommt es schlimmer!

Von: Kai-Uwe Inselmann

André Wegner

Seit dieser Woche liegen die Antragsunterlagen für fünf neue Windenergieanlagen am Ochsenwerder Landscheideweg aus. Im Wege des Repowering, also des Ersatzes von alten Anlagen gegen neue, sollen allerdings nur drei Anlagen weichen. D.h., es werden in Zukunft sieben Anlagen in Ochsenwerder stehen. Dies allein ist schon unschön, aber ein genauer Blick in die Antragsunterlagen offenbart noch einiges mehr an Überraschungen.

  • Für die fünf neuen Anlagen sind zwei verschiedene Anlagentypen beantragt, d.h. hier würden insgesamt drei verschiedene Anlagetypen mit drei verschiedenen Nabenhöhen, Flügeln, Rotordurchmessern und Drehgeschwindigkeiten stehen.
  • Vier der beantragten Anlagen sind lauter als die neuen Anlagen in Neuengamme.
  • Vier der beantragten Anlagen haben einen Rotordurchmesser von 119 m (19 m mehr als in Neuengamme) auf 91 m Nabenhöhe. Aufgrund der riesigen Rotoren müssen sie zusätzlich zur Tagbefeuerung auch noch rote Flügelspitzen haben.
  • Die Anlagen würden auch nicht in einer Reihe stehen, sondern kreuz und quer, was besonders deutlich vom Elversweg und Dorferbogen zu sehen ist.
  • Die Abstandsmessungen in den Genehmigungsunterlagen beziehen sich immer auf den Turmmittelpunkt und nicht auf die Flügelspitze. Dadurch sind die realen Abstände um 58,5 m geringer als in den Genehmigungsunterlagen angegeben – z.B. zum ersten Haus in Fünfhausen nur 478,5 statt 537 m. Zur Erinnerung: In Hamburg gilt 500 m Abstand zur Wohnbebauung und das ist schon der niedrigste Wert deutschlandweit!
  • Schall- und Schattenschlagprognosen sind nicht online.
  • Zum Bau müssten etliche Straßenbäume gefällt werden, viele Vogelarten und Fledermäuse wären betroffen, das Landschaftsbild würde entstellt.

Hierzu unser umweltpolitischer Sprecher, André Wegner:
„Die CDU-Fraktion hat immer Anlagen von mehr als 100 m Gesamthöhe abgelehnt. Auch der durchgeführte Bürgerentscheid in Bergedorf hat sich eindeutig gegen höhere Anlagen ausgesprochen. Der SPD/Grünen-Senat hat dies ignoriert.

Die jetzigen Planungen mit den verschiedenen Anlagemodellen machen alles noch schlimmer. Die schützenswerte Kulturlandschaft der Vier- und Marschlande wird hierdurch noch zusätzlich verschandelt. Ich hoffe sehr, dass die Einwendungen der Bürger zumindest den Erfolg haben, dass der sowieso eintretende Schaden so gering wie möglich gehalten wird.“



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